Emotionen und soziale Beziehungen

Kinder sind von Geburt an soziale Wesen, deren Interaktion mit anderen von Emotionen geprägt ist. In einer wertschätzenden Atmosphäre entwickeln sie im Austausch mit ihren Bezugspersonen und mit deren Unterstützung zunehmend die Fähigkeit, ihre Emotionen bewusst wahrzunehmen und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.

Fühlen sich Kinder sicher, geborgen und wohl, sind sie fähig, ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Erfahrungsbereiche zu lenken und somit zu lernen.

Der Begriff Resilienz, auch als „psychische Widerstandsfähigkeit“ bezeichnet, meint die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Lebenssituationen umzugehen. Vertrauen und Wohlbefinden sind entscheidende Bestandteile ihrer physischen und psychischen Gesundheit und Voraussetzung dafür, dass sie die Welt aktiv erkunden sowie emotionale Kompetenz und Resilienz entwickeln. Die Integration von neuen Inhalten in bisherige Erfahrungen bewirkt Vertrautheit sowie ein Gefühl der Sicherheit und stärkt die Identität.

Innerhalb einer Gruppe sind Kinder gefordert, ihre Position zu finden, verschiedene Rollen auszuprobieren und aktiv zu gestalten. Dieser Prozess ist nie abgeschlossen. Ziel ist es eine Balance zwischen den individuellen Bedürfnissen und Interessen sowie Integration in der Gemeinschaft herzustellen.

Es ist wichtig, dass Kinder für ihr gesamtes Gefühlsspektrum Verständnis von ihren Bezugspersonen erfahren und beim Umgang mit ihren Gefühlen begleitet werden. Gefühle die häufig als „negativ“ bezeichnet werden, wie Angst, Ärger oder Traurigkeit haben wichtige Funktionen für uns selbst und im sozialen Miteinander.

Durch das gelingende Zusammenleben entsteht ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit. Eine wichtige Form sozialer Beziehungen in Kindergruppen sind Freundschaften, die durch Zuneigung, körperliche Nähe, gemeinsames Tun, gegenseitige Hilfe und Imitation geprägt sind.

Damit Kinder konfliktfähig werden können, ist es notwendig, dass Pädagoginnen und Pädagogen Konflikte als pädagogisch bedeutsame Lernsituationen wahrnehmen. Sie bieten eine Chance zur Entwicklung.

Kinder brauchen „vorgelebte“ Konfliktlösungsmodelle, klare Grenzen und Freiräume, um Streit unter sich auszutragen und manchmal Unterstützung beim Aushandeln von Kompromissen und Lösungen.